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Warum Betriebliche Gesundheitsförderung?


Warum Betriebliche Gesundheitsförderung?
Diese Frage begegnet mir sehr häufig bei meinen Besuchen in den Unternehmen - unabhängig ihrer Größe. Und sie Frage wird nicht nur von der Unternehmensführung gestellt, sondern auch von Mitarbeitern.
Um diese Frage zu beantworten muss ich etwas ausholen. Die Krankheitsquoten in Unternehmen unterliegen starken Schwankungen. Von 2 % der Belegschaft bis zu 20 % ist mir schon alles begegnet.
Die Gründe dafür können gem. den verschlüsselten Angaben der Krankenkassen zufolge unterschiedlichster Natur sein.

Sicher stehen an erster Stelle die Erkrankungen des Bewegungsapparates. Dazu gehören v.a. Schulter- und Nackenschmerzen, Schmerzen in den Schultergelenken, dicht gefolgt von Beschwerden in der Lendenwirbelsäule. Aber sind das wirklich die wahren Gründe? Welcher Mitarbeiter geht schon zum Arzt, um diesem dann nach vierwöchiger Wartezeit auf den Termin und nach einer Untersuchungsdauer von durchschnittlich zwei Minuten zu offenbaren, dass er sich überlastet und ausgelaugt fühlt? Wer nimmt in Kauf, evtl. an einen Psychotherapeuten (und das wäre dann der richtige Ansprechpartner) überwiesen zu werden? Das sind wohl die Wenigsten. Also werden die körperlichen Beschwerden vorgeschoben und die eigentlichen Ursachen bleiben im Verborgenen.
Hängt man an Gesundheitstagen ein Flipchart mit einem Männchen darauf auf, an dem die Mitarbeiter die Möglichkeit haben bunte Kleber an die Stellen zu machen, die sie am meisten ansprechen, so findet man eine deutliche Zuahme in den Bereichen Kompetenz der Vorgesetzten, geringe Wertschätzung, mangelndes Vertrauen und fehlerbehaftete Arbeitsprozesse.

Vor allem geringe Wertschätzung der Person und der Tätigkeit, mangelnde Achtsamkeit dem Mitarbeiter gegenüber beschäftigen die Mitarbeiter im negativen Sinne.
Hier muss das Betriebliche Gesundheitsmanagement, die Betriebliche Gesundheitsförderung ansetzen. Allein dem Mitarbeiter ein Ohr zu bieten, dem er seinen "Kummer" mitteilen kann, die Erfahrung zu machen, das ihm jemand zuhört und ihn WERT SCHÄTZT, der ihm Achtsamkeit gegenüber erbringt, sind wunderbare Instrumente in der Gesundheitsförderung in einem Unternehmen.

Diese Prozesse müssen von Oben nach Unten gelebt werden. An der Basis - also beim Mitarbeiter zu beginnen - ist meines Erachtens der falsche Weg. Solange Führungskräfte sich nicht als solches verstehen, brauchen sie sich über mangelndes Vertrauen nicht zu wundern. Gerade  Wertschätzung und Achtsamkeit im Umgang mit anderen garantieren langfristig einen unternehmerischen Erfolg, der fernab von immer steigenden Umsatzzahlen, durch gesunde und motivierte Mitarbeiter zum Erfolg führt.
Solche Prozesse in Gang zu setzen geht nicht von heute auf morgen.

Aber es lohnt sich, daran zu arbeiten und dafür sind wir da - die Experten der Betrieblichen Gesundheitsförderung!

Herzlichst Ihr
Jürgen Pagel

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