Direkt zum Hauptbereich

Galileo - Jetzt auch bei juergenpagel.de

Seit Januar 2014 hat sich das Angebotsspektrum um das Galileo-Training erweitert. In Trainingskooperation mit der Glucker PT-Lounge bietet GESUNDHEIT+SPORT auch das Galileo-Training an.

Funktionsprinzip des Galileo® Training


Das Prinzip von Galileo beruht auf dem natürlichen Bewegungsablauf des Menschen beim Gehen. Das patentierte System arbeitet aufgrund seiner seitenalternierenden Bewegungsform wie eine Wippe mit veränderbarer Amplitude und Frequenz, wodurch ein Bewegungsmuster ähnlich dem menschlichen Gang stimuliert wird. Die schnelle Wipp-Bewegung der Trainingsplattform verursacht eine Kipp-Bewegung des Beckens genau wie beim Gehen, jedoch viel häufiger. Zum Ausgleich reagiert der Körper mit rhythmischen Muskelkontraktionen im Wechsel zwischen linker und rechter Körperhälfte. Diese Muskelkontraktionen erfolgen ab einer Frequenz von ca. 12 Hertz nicht willentlich, sondern reflexgesteuert über den so genannten Dehnreflex, wodurch die Muskulatur in Beinen, Bauch und Rücken bis hinauf in den Rumpf aktiviert wird.
Die Anzahl der Dehnreflexe pro Sekunde wird über die einstellbare Trainingsfrequenz bestimmt. Wird beispielsweise eine Trainingsfrequenz von 25 Hertz gewählt, erfolgen pro Sekunde jeweils 25 Kontraktionszyklen in Beuger- und Streckermuskulatur. Ein Training von 3 Minuten bei 25 Hertz entspricht somit der gleichen Anzahl von Muskelkontraktionen wie eine Gehstrecke von 4.500 Schritten.
Die Vibrationen, die durch Galileo erzeugt werden, können in Amplitude und Frequenz unabhängig vom Körpergewicht stufenlos verändert werden.
Die Simulation des menschlichen Gangs durch die Wipp-Bewegung macht Galileo Training im Gegensatz zu anderen Trainingsplattformen mit vertikaler Auf- und Ab-Bewegung zu einer Trainingsmethode mit physiologischer Bewegungsart. Nur durch diese seitenalternierende Bewegung beim Galileo Training wird die Wirbelsäule durch eine leichte seitliche Kippung des Beckens in einer physiologischen Kipp-Bewegung angeregt. Bei Trainingsplattformen mit vertikaler Auf- und Ab-Bewegung wird sie hingegen fortwährend komprimiert.

Aufgrund dieser physiologischen Anregung der Wirbelsäule wird durch die seitenalternierende Funktion von Galileo auch die Rücken- und Bauchmuskulatur erreicht. Auch dies ist bei Trainingsplattformen mit vertikaler Auf- und Ab-Bewegung – also nicht seitenalternierender Bewegungsform – nur sehr eingeschränkt möglich.

Der Mensch hat bei all seinen Bewegungen das Bestreben, den Kopf in einer ruhigen und aufrechten Position zu halten, da Gleichgewichtssinn und visuelles System nur in Ruhe optimal arbeiten können. Bauartbedingt werden beim Galileo Training keine nennenswerten Vibrationen auf den Kopf übertragen, da die Trainingsplattform lediglich die menschlichen Gangarten simuliert, und der Körper dabei in der Lage ist, Oberkörper und Kopf ruhig zu halten.

Da während des Galileo Trainings ähnliche Reizmuster wie beim Gehen eingesetzt werden, wird mit Galileo neben der grundlegenden Muskelfunktion selbst auch das Zusammenspiel zwischen einzelnen Muskelpartien – also deren Koordination – perfekt trainiert, was eine Steigerung der Muskelleistung bewirkt. Vor allem im Alter ist die Muskelleistung der maßgebliche Faktor zur Vermeidung von Stürzen, welche zu Oberschenkelfrakturen führen können. Galileo Training ist aufgrund seiner geringen Belastung (Arbeit) für das Herz-/Kreislaufsystem auch bestens für ältere Menschen geeignet.
Während des Galileo Trainings werden prinzipiell immer die gesamte Muskelkette der Beine bis hinauf in den Rumpf trainiert. Trainingsschwerpunkte auf einzelne Muskelgruppen werden allein durch Körperhaltung und Körpersteifigkeit variiert.


Wahl der richtigen Frequenz beim Galileo® Training

Unabhängig von der Trainingsfrequenz werden Durchblutung und Mikrozirkulation innerhalb der trainierten Körperteile stark angeregt sowie eine Verbesserung der Flexibilität und somit der Energiespeicherfähigkeit im Sehnen-Muskel-Komplex erzielt. Die Trainingsfrequenz hat darüber hinaus jedoch unmittelbaren Einfluss auf den Effekt des Galileo-Trainings und muss entsprechend dem Trainingsziel gewählt werden. Zu beachten ist dabei, dass die im Folgenden genannten Angaben individuell um einige Hertz variieren können, je nach Veranlagung und Fitness-Zustand des Anwenders.
Je nach Frequenzbereich reagiert der Muskel bzw. der Körper auf unterschiedliche Art und Weise. Die drei Frequenzbereiche des Galileo Trainings sind daher nicht etwa willkürlich gewählt, sondern ergeben sich direkt aus der Muskelphysiologie (biologische & mechanische Eigenschaften des Muskels und seiner neuronalen Ansteuerung).

Mittlere Frequenzen (ca. 12–20 Hertz)

Trainingsziel bei mittleren Frequenzen von 12 bis 20 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) ist das Training der Muskelfunktion als solche.
Bei einer Trainingsfrequenz von beispielsweise 15 Hertz beträgt die Zeit zwischen zwei Reflexzyklen ca. 67 Millisekunden (tausendstel Sekunden). Nach der reflexgesteuerten Kontraktion reicht die verbleibende Zeit bis zur nächsten Kontraktion aus, damit sich der Muskel wieder vollständig entspannen kann. Denn die durchschnittliche physiologische Zeit für einen vollständigen Kontraktions-/Relaxationszyklus beträgt nur ca. 50 Millisekunden. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn die Grundfunktionen des Muskels, nämlich sowohl Kontraktions- und Relaxationsfähigkeit als auch die Koordination effektiv trainiert werden sollen. Durch die großen Wiederholungszahlen (z.B. 3 Minuten Galileo Training bei 18 Hertz = 3.240 Zyklen) kann die Verbesserung der Muskelfunktionen erheblich schneller als mit anderen Trainingsmethoden wie beispielsweise Gerätetraining im Fitnesszentrum erzielt werden. Ein entscheidender Faktor ist dabei auch, dass die Muskeltätigkeit beim Galileo Training nicht willentlich gesteuert werden muss, sondern reflexbasiert und daher weitgehend unbeeinflusst vom Willen des Trainierenden abläuft. Dadurch wird gewährleistet, dass sich die Regelkreise bestehend aus Muskel-Bänder/Sehnen/Knorpel-Nerven eigenständig optimieren können. Gleichzeitig wird immer die gesamte Muskelkette und somit deren Koordination trainiert. Entscheidend für dieses Koordinationstraining mit Galileo ist, dass diese Muskelkette in einem physiologisch sinnvollen Muster ähnlich dem menschlichen Gang stimuliert wird.

Effekte

  • Verbesserung von Muskelfunktion und Koordination
  • Muskelentspannung
  • Dehnung des Muskel- und Sehnenapparats

Hohe Frequenzen (ca. 20–30 Hertz)

Hohe Frequenzen zwischen 20 und 30 Hertz dienen der Steigerung der Muskelleistung.
Bei hohen Frequenzen bleibt dem Muskel keine ausreichende Zeit, um eine vollständige Relaxation (Entspannung) innerhalb der kurzen Zeit zwischen zwei Zyklen zu erreichen. Vielmehr wird der Muskel immer genau dann zu einer erneuten Kontraktion gezwungen, wenn er im Begriff ist, sich wieder zu entspannen oder schon teilweise entspannt ist. Dies hat zur Folge, dass insbesondere die inter- und intramuskuläre Koordination bei größeren Kräften und innerhalb sehr kurzer Zeitspannen trainiert wird, was letztendlich zur Steigerung der Muskelleistung führt. Die langjährige Erfahrung mit Galileo Training insbesondere auch bei Spitzensportlern zeigt, dass Frequenzen oberhalb von 30 Hz nur bei sehr wenigen Ausnahmesportlern sinnvoll einsetzbar sind, und daher für die meisten Anwender eine Maximalfrequenz von 30 Hz vollkommen ausreichend ist.

Effekte

  • Tonuserhöhung
  • Steigerung von Muskelleistung
  • Wiederherstellung von Muskelkraft

Niedrige Frequenzen (ca. 5–12 Hertz)

Niedrige Frequenzen zwischen 5 und 12 Hertz dienen der Mobilisation.
Bei niedrigen Frequenzen erfolgt die Bewegung der Galileo Trainingsplattform nicht schnell genug, um Dehnreflexe auszulösen. Niedrige Frequenzen werden aufgrund des bewussten Ausgleichs der Wipp-Bewegung deshalb insbesondere zur Mobilisation eingesetzt und äußern sich durch eine deutlich erhöhte Bewegung der Hüfte.

Effekte

  • Detonisierung / Muskelentspannung, "Cool-Down"
  • Verbesserung der Propriozeption / Balance

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sind Heilmittelerbringer systemrelevant?

Systemrelevanz – ein Kommentar von Jürgen PagelWas bedeutet Systemrelevanz?
Als systemrelevant (englisch systemically important, englisches Schlagwort dazu too big to fail, deutsch ‚zu groß zum Scheitern‘) werden Unternehmen bezeichnet, die eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, dass ihre Insolvenz vom Staat oder der Weltgemeinschaft nicht hingenommen werden kann. [Wikipedia]2019 traten wir den Kampf an, HME relevant für dieses System zu machen. Relevant deswegen, weil uns diese Relevanz in den vergangenen mehr als dreißig Jahren offensichtlich nicht zuerkannt wurde. Die Grundlohnsumme, als das zentrale Bemessungsinstrument für die Lohnentwicklung im Gesundheitsbereich und gleichzeitig Haupteinnahmequelle des Gesundheitsfonds, verhinderte eine Anpassung an den Markt. An der Inflationsrate vorbei, mussten Heilmittelerbringer jahrzehntelang hinnehmen, dass Preise stiegen, die Lohnentwicklung der Angestellten und die Vergütungssätze der Krankenkassen jedoch so niedrig blieb…

Flaggen in der Physiotherapie

In den letzten Jahren beginnt sich in der Medizin im Allgemeinen und in der Physiotherapie im Besonderen ein Modell durchzusetzen, das als Flaggenmodell (Bigos, Bowyer et al. 1994) bezeichnet wird.
Was steckt dahinter? Werden Physiotherapeuten jetzt zu Seefahrern?

CMD - ein vielschichtiges Krankheitsbild

CMD - viele Menschen haben sie, aber wenige wissen etwas damit anzufangen. Es gibt kaum ein komplexeres Krankheitsbild, als die "Craniomandibuläre Dysfunktion". Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

Sie wollen mehr darüber wissen? Sie möchten eine verlässliche Befundung und benötigen fachlichen Rat?
Gerne stehe ich Ihnen mit den, am Ende des Artikels genannten Kontaktdaten zur Verfügung.