Es ist schon erstaunlich ...

... was manche Leute so denken. Vor zwei Tagen hat mich ein guter Freund angesprochen, warum ich eigentlich in meinem Blog immer so nette Sachen schreibe und ständig die Themen aufgreife, die andere auch schon für sich entdeckt haben. Nach einem kurzen Schlucken muss ich zugeben - er hat recht. Einfach recht.

Ich solle doch nicht immer so nett sein. Das wäre ich im richtigen Leben auch nicht. Und schon wieder hat er recht. Bin ich auch nicht. Manche denken das zwar. Aber es stimmt nur bedingt. Wenn man Ironie, Sarkasmus und ständiges Kritisieren von Umständen als nett empfindet, dann stimmt es. Wenn man das verurteilt, ist es in der Tat nicht nett.
Das hat nichts mit Verlust von Respekt, Achtung, mit Toleranz und Wertschätzung zu tun. Dafür kämpfe ich seit vielen Jahren und werde mich auch weiterhin dafür mit jeder Faser einsetzen. Aber man muss deswegen auch nicht immer nett sein.
Also werde ich in Zukunft eben ein bisschen mehr kritisieren, ein bisschen mehr herum stänkern und gelegentlich mehr provozieren.

Also. Dann fangen wir gleich mal an. Gestern lief in Facebook eine Aktion mit Patric Heizmann. Eines vorweg. Ich schätze ihn sehr und mag ihn sowie seine Art, auf nette (schon wieder dieses Wort) Art und Weise auf die Dummheit der Leute hinzuweisen (das sagt er natürlich anders, aber ich will jetzt nicht mehr nett sein).
Nun habe ich schon lange die Theorie, dass sich Dummheit positiv dominant vererbt. Und beim Lesen - oder besser überfliegen - der Kommentare (es waren ca. 100 in acht Stunden) hat sich diese These wieder einmal weitestgehend bestätigt.

Das ist jetzt ausnahmsweise nicht so böse gemeint, wie es sich auf den ersten Moment liest. Ich finde es total Klasse, dass so viele Menschen ihr Herz ausschütten und wenigstens fragen; den Mut haben, sich auch mal zu outen.
Nervig sind dabei nur diejenigen, die eine solche Plattform nutzen, um auf ihren dämlichen Nahrungsmittelergänzungen hinzuweisen. Die nun wirklich niemand braucht - schon gar nicht bei dem Bestreben, abzunehmen und Körperfett zu verlieren.

Es ist vielmehr traurig. Traurig weil 99% der Leute ihren Nachbarn mehr glauben, als Fachleuten. Weil sie - wenn sie etwas lesen - dieses nicht richtig tun (das mit dem Verstehen des Gelesenen lassen wir mal beiseite).

Vieles von dem, was wir Experten erzählen basiert auf jahrelanger Erfahrung, denn Wissen + Erfahrung = Können. Wir können es halt. Vieles von dem, was wir erzählen entbehrt nicht einer gewissen Logik und dem gesunden Menschenverstand. Ich möchte Euch dazu ein Beispiel geben: Die Milch. Immer wieder wird ohne Unterlass behauptet, die Milch sein ein Grundnahrungsmittel und wichtig für die Deckung des Kalziumsbedarfs. Wenn der liebe Herrgott (besser die Evolution an sich) gewollt hätte, dass Milch ein so wichtiges Nahrungsmittel ist, wie allgemein behauptet wird, dann würden unsere Frauen ein Leben lang mit Riesen..... herumlaufen und wir würden jeden Tag daran nuckeln. Die Vorstellung an sich mag gefallen, aber es ist eben nicht so. Warum nicht? Weil der menschliche Organismus ab dem sechsten Lebensmonat dieses Nahrungsmittel nicht mehr braucht (Ausnahme sind Gegenden, in denen es sonst nix für kleine Kinder zu essen gibt; die liegen aber nicht in Deutschland sondern in Gebieten, die Googlemaps nicht mehr optimal darstellen kann). Deswegen haben wir in der Regel alle eine Laktoseunverträglichkeit. Die ist nämlich vollkommen normal! Weil wir diese blöde Milch gar nicht mehr verdauen können. Weil wir sie nicht brauchen. Logisch oder? Das Kühe ein Leben lang Milch geben, ist nur "Tierverarsche". Jedes Lebewesen gibt nur so lange Milch, wie die Kleinen saugen. Keinen Tag länger. Das mit dem Melken hat man übrigens früher schon gemacht. Bei den Ammen. Die haben Kinder betreut, deren Mütter bei der Geburt gestorben sind. Das war sicher in Ordnung. Aber nicht mehr und nicht weniger!

Außerdem sind nur 30% des Kalziums in der Milch auf Grund der Unverträglichkeit verwertbar. Es gibt ausreichend andere Kalziumlieferanten, so dass wir gut und gerne vollkommen darauf verzichten können, ohne irgendeinen Mangel zu erfahren.
Immer wieder berichten mit Kunden, dass sie nach dem Verzehr von Milch und Milchprodukten permanent pupsen müssen. Blähungen belasten, tun weh und belästigen die Mitmenschen. Warum tun wir uns das dann an? Also alles irgendwie logisch, oder?

So, das war jetzt mal ein Einstieg. Wenn ihr Lust auf mehr habt, schaut einfach zwischendurch mal ´rein. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Aber ich verspreche Euch, ab und zu kommen auch fachliche Artikel ohne Ironie und Sarkasmus, die einfach nur sachlich über trainingsphysiologische Hintergründe informieren.

Ich wünsche Euch einen schönen Tag und eine spannende Woche.
Euer Jürgen

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