Direkt zum Hauptbereich

HOOPin und Faszientraining - ein faszinierendes Thema

„WAS FASZIEN WIRKLICH BEWEGT: MIT HOOPIN FITNESS DEN RICHTIGEN DREH BEIM FASZIENTRAINING FINDEN“

Das Thema Faszientraining ist derzeit in aller Munde und bewegt vor allem die Fitness-Szene. Doch was sind die Aufgaben der Faszien, wie kann ich diese effektiv trainieren und welche positive Rolle kann HOOPin fitness in diesem Zusammenhang spielen? Diesen Fragen geht Jürgen Pagel, Gründer von P[hoch]3, Berater der HOOPacademy und als anerkannter Physiotherapeut und Coach in ganz Deutschland gefragt, auf den Grund und liefert Antworten, die die positiven Effekte des HOOPins auf Faszien und den gesamten Organismus verdeutlichen.*

 Was genau sind Faszien eigentlich?
Faszien sind feine, zähe bindegewebige Häute. Jedem, der schon einmal Fleisch zubereitet hat, sind diese milchig-weißen Häute, die das rohe Steak umhüllen, schon einmal aufgefallen. Faszien hüllen auch beim Menschen die Muskeln ein und erlauben es, einzelne Muskeln voneinander abzugrenzen. Auch in anderen Lebensformen wie der Pflanzenwelt beobachten wir Ähnliches. Räumlich trennende und zugleich formgebende Häute finden wir auch in Apfelsinen und Grapefruits. Im Grunde gibt es keine Lebensform, die ohne diese elastischen Häute auskommt. Formgebende und gleichzeitig trennende Gewebe und Häute bilden die Grundmatrix des Lebendigen.

Welche Aufgaben haben Faszien?
Fasziale Bindegewebe erfüllen außer der Funktion der Trennung der Muskeln weitere wichtige Aufgaben. Die Lymphe wird beispielsweise zwischen den Faszien abgeleitet. Diese Flüssigkeit transportiert sowohl Abbauprodukte aus unseren Zellen, als auch wichtige Aufbaustoffe zu den Zellen. Jede Muskelbewegung unterstützt dabei den Transport der Lymphe. Faszien können verkleben, wenn es aufgrund von Verspannungen zu einem Stau der Lymphe kommt. Das Fibrinogen, ein Blutgerinnungsfaktor, liegt in der Lymphe als gelöster Stoff vor, wird aber in Kombination mit bestimmten Substanzen zu unlöslichem Fibrin. Substanzen wie das Adenosintriphosphat werden bei Muskelanspannung freigesetzt. Durch die Fibringerinnung verkleben dann die Faszien intensiv miteinander (Quelle: Prof. Dr. med. Paulini, Universitäten Ulm und Mainz).

Welche Rolle spielt die Psyche?
Auch die Faszienspannung wird vom autonomen Nervensystem beeinflusst. Eine innere Gelassenheit senkt unsere Körperspannung. Stress dagegen kann die Grundspannung unserer Faszien steigern. Doch auch das Gegenteil ist der Fall. Stehen unsere Faszien unter hoher Spannung, fühlen wir uns gestresst und finden keine innere Ruhe. Haben wir nie gelernt, uns wirkungsvoll wieder auf der Ebene der Faszien zu entspannen und loszulassen, wird die Tonuserhöhung zu unserem Selbst. Eine Spirale kann in Gang gesetzt werden an deren Ende beispielsweise ein unbeweglicher, grobmotorischer, oft erst 30jähriger Mensch steht. Dieser kann sich schon bei normalen Bewegungen verletzen und einige heftige oder für ihn ungewohnte Bewegungen reichen aus, um Muskeln zu zerren oder zu stauchen.
Faszien lassen sich mobilisieren – vor allem durch HOOPin fitness
Mit Hilfe von HOOPin fitness ist es möglich, die Faszien langfristig zu mobilisieren und deren Funktion im Körper nachhaltig positiv beeinflussen.
Die Mobilisation von Faszien mittels HOOPin fitness erfolgt in vier Phasen:
1. Soft-Tissue-Stretching – Ganzheitliches dynamische Stretching mit dem HOOP
2. Rebound Elastics
3. Fascial Release
4. Fluid Refinement

1. Beim Soft-Tissue-Stretching wenden wir uns bewusst vom isolierten Stretching einzelner Muskeln ab und dem spielerischen, kreativen Ganzkörperfaszien- und Muskelstretching zu. Leicht federnde Bewegungen unter Einbeziehung ganzer Muskelketten (z.B. tiefes Nachvornebeugen unter Einbeziehung des Kopfes in eine verstärkte Flexion) bewirken nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf das Fasziensystem, sondern bringen auch das Nervensystem in Schwung. Diese leichten, federnden und kontrolliert schwunghaften Bewegungen sind wesentliche Elemente des HOOPin Warm-Ups.

2. Rebound Elastics ist ein effektives Ganzkörperkrafttraining. Die erzeugte Vorspannung lässt Kräfte frei werden. Die gleichzeitige Körperästhetik wird besonders während der fließenden und geschmeidigen Bewegungen beim HOOPin deutlich. Die schwungvollen, sich miteinander verbindenden Elemente der Bewegungen trainieren das Fasziengewebe äußerst effektiv im Sinne eines Krafttrainings. Da die Bewegungen beim HOOPin vor allem aus dem Core, also der Körpermitte erfolgen, wird dadurch ein Weiterleitung der Bewegungen und Kraftimpulse in die Extremitäten erreicht. Dies ist ganz im Sinne therapeutischer Ansätze: Von der Rumpfmitte zu den Extremitäten, von der Grob- zur Feinform.

3. Der sogenannte Fascial Release eignet sich hervorragend als Cool-Down nach einem HOOPin Workout. Als ideales Einsatzgerät eignet sich neben dem HOOP zusätzlich eine BlackRoll. Durch das gezielte „unter Druck bringen“ vorher trainierter Strukturen werden die Faszien regelrecht ausgequetscht, von überflüssigen Schlackenstoffen befreit und die optimale Durchblutungssituation nach einem Workout genutzt. Neue Nährstoffe und Flüssigkeiten werden in und zwischen die Fasziengewebe transportiert.

4. Das Fluid Refinement besteht aus subtilen Bewegungsimpulsen - also von der eher großen ‚Makrobewegung' bis in die feine Mikrobewegung der Tiefenmuskulatur hinein. Unzählige Wahrnehmungsfühler versorgen uns mit sensorischen, meist unbewusst einlaufenden Informationen über die Welt und unsere körperliche Beziehung dazu. Einzig durch die Fähigkeit des sinnlichen Erlebens können wir uns überhaupt bewegen. Das sinnliche Erleben, die Körperwahrnehmung und deren Verfeinerung ist Aufgabe des sogenannten Fluid Refinement. Es ist also kein rein mechanisches Bewegungsprogramm, sondern setzt vielfältige Impulse, um als Sinnlichkeitstraining die Rezeptoren der Faszien zur lebensfrohen Hochleistung zu stimulieren. Das Fluid Refinement wird durch die sanften, schwingenden Bewegungen beim HOOPin sowie die nötige und vom Gehirn abverlangte Bewegungskreativität stimuliert. Vor allem in choreografisch verbundenen Elementen verstärkt durch den Einsatz von Armen und Beinen beeinflusst das Fluid Refinement ungemein.

Ideales Werkzeug zum Faszientraining: „HOOPin makes the difference“
Zusammenfassend lässt sich feststellen, das sich HOOPin fitness durch seine ganzheitlich mobilisierenden, kognitiv und motorisch anspruchsvollen und kraftausdauernden Bewegungsabläufen wie kaum ein anderes Instrument für ein effektives, nach allen Kriterien des modernen Faszientrainings orientiertes Workout einsetzen lässt. Das Fasziengewebe wird dabei aus der Rumpfmitte in die Peripherie mit schwungvollen und dennoch geschmeidigen Bewegungen in allen Richtungen trainiert und funktionell mobilisiert.


Ein Gastbeitrag von Jürgen Pagel (Physiotherapeut, Manualtherapeut, TPI Cert. Golf Fitness Instructor, Cert. Pilates Instructor und TÜV Rheinland gepr. Personal Fitness Trainer)
*Mit Auszügen aus Senmotic Therapy zur Bedeutung der Faszien

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sind Heilmittelerbringer systemrelevant?

Systemrelevanz – ein Kommentar von Jürgen PagelWas bedeutet Systemrelevanz?
Als systemrelevant (englisch systemically important, englisches Schlagwort dazu too big to fail, deutsch ‚zu groß zum Scheitern‘) werden Unternehmen bezeichnet, die eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, dass ihre Insolvenz vom Staat oder der Weltgemeinschaft nicht hingenommen werden kann. [Wikipedia]2019 traten wir den Kampf an, HME relevant für dieses System zu machen. Relevant deswegen, weil uns diese Relevanz in den vergangenen mehr als dreißig Jahren offensichtlich nicht zuerkannt wurde. Die Grundlohnsumme, als das zentrale Bemessungsinstrument für die Lohnentwicklung im Gesundheitsbereich und gleichzeitig Haupteinnahmequelle des Gesundheitsfonds, verhinderte eine Anpassung an den Markt. An der Inflationsrate vorbei, mussten Heilmittelerbringer jahrzehntelang hinnehmen, dass Preise stiegen, die Lohnentwicklung der Angestellten und die Vergütungssätze der Krankenkassen jedoch so niedrig blieb…

Flaggen in der Physiotherapie

In den letzten Jahren beginnt sich in der Medizin im Allgemeinen und in der Physiotherapie im Besonderen ein Modell durchzusetzen, das als Flaggenmodell (Bigos, Bowyer et al. 1994) bezeichnet wird.
Was steckt dahinter? Werden Physiotherapeuten jetzt zu Seefahrern?

CMD - ein vielschichtiges Krankheitsbild

CMD - viele Menschen haben sie, aber wenige wissen etwas damit anzufangen. Es gibt kaum ein komplexeres Krankheitsbild, als die "Craniomandibuläre Dysfunktion". Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

Sie wollen mehr darüber wissen? Sie möchten eine verlässliche Befundung und benötigen fachlichen Rat?
Gerne stehe ich Ihnen mit den, am Ende des Artikels genannten Kontaktdaten zur Verfügung.