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Hart aber kurz ....

... lautet der Titel eines Artikels in Spiegel Online Gesundheit. Hierbei wird zwar vornehmlich das Langstreckenlauf-Training unter die Lupe genommen, aber dennoch sind die Ergebnisse der zitierten Studie interessant im Hinblick auf das Trainingsverhalten.
Ventricular Structure and Function


Regelmäßiges Marathon-Training kann zur Verbesserung der Herzfunktion führen. Voraussetzung dafür ist v.a. gemäßigtes Tempo. Doch es birgt auch Risiken. "Gerade bei hochambitionierten Athleten fanden wir in Marathon-Studien deutliche Anzeichen von Schädigungen des Herzmuskels", sagt Martin Halle, Leiter des Instituts für Prävention und Sportmedizin der TU München.


In einer der Studien konnten Halle und seine Kollegen zeigen, dass bis zu drei Tagen nach einem Marathon verschiedene Entzündungsparameter erhöht waren. Darunter auch ein wichtiger Marker für Infarkte, das sogenannte Troponin T. Dieser Proteinkomplex ist ein hochspezifischer Indikator für das Absterben von Herzmuskelzellen. Er zeigt ebenso das Ausmaß der Schädigung wie auch die Überlebensraten nach einem Infarkt an.
"Zwar ist es relativ unwahrscheinlich, dass man in einem Rennen tatsächlich einen Infarkt erleidet", sagt Halle. "Aber es bleibt ungeklärt, warum Herzmuskelwerte wie das Troponin T bei einem Marathon ansteigen - und ob das eine direkte Herzmuskelschädigung widerspiegelt."

Eine weitere Studie der Mediziner lieferte Hinweise darauf, dass Hobby-Marathonläufer öfter Verkalkungen oder Narben der Gefäße aufweisen können. Das Tückische ist, dass man das nicht unbedingt merkt: Ärzte sprechen von "subklinischen Schäden".
"Unser schockierendster Fall war ein Athlet, der sich eigentlich nach dem Marathon gut fühlte", erzählt Halle. Als die Ärzte den Studienteilnehmer in einem Kernspintomografen untersuchten, entdeckten sie ein Ödem in seinem Herzen. Umgehend wurde der ambitionierte Marathonläufer zur Herzkatheter-Untersuchung überwiesen. Das Ergebnis war erschreckend: "Der Mittdreißiger hatte zwei kleine Infarkte erlitten, möglichweise aufgrund von Blutgerinnseln in den Herzkranzgefäßen."

Zusammenfassung
Entscheidend ist nun, aus solchen Erkenntnissen auch die Lehren zu sein. Deswegen müssen die Empfehlungen künftig lauten:

  • Trainiere einfach - Keep it simple
  • Trainiere klug, nicht nur hart - Train smart, but not hard
  • Superiority - Setze Schwerpunkte und variiere
  1. Im Wohlfühlbereich trainieren - wenn ihr euch für das Volumentraining entscheidet.
  2. So laufen, dass ihr euch dabei noch unterhalten könnt. Dann ist das auf Grund der zugrunde liegenden Atemfrequenz (ein besseres Indiz als der Pulsschlag) garantiert noch Aerob.
  3. 45 bis 50 Minuten sind als Trainingseffekt für das Herzkreislauf-System vollkommen ausreichend. Wer mehr laufen möchte, riskiert auf Dauer orthopädische Schäden am System.
  4. Als "Ent-Stresser" reichen zur Senkung des Cortisol-Spiegels bereits 5 Minuten an der frischen Luft.
Viel Erfolg wünscht
-JP-



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