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Mobility ... oder warum ein Training der Beweglichkeit so wichtig ist!

Mobility Training - oder einfach auf Deutsch ;-): Beweglichkeitstraining ist sozusagen alter Wein in neuen Schläuchen. Die Yogis wissen es, die Pilates-Leute wissen es, Dr. h.c. Klein-Vogelbach hat es gewusst und selbst Bob Anderson, der Vater des Stretchings, war mit dem Thema vertraut: was lange vermutet wurde, ist doch wahr!
Beweglichkeit ist der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden. Was auch immer sich hinter dem Begriff verbirgt: mehr Gelenkbeweglichkeit, mehr Muskelbeweglichkeit, vergrößerte Bewegungsausschläge, mehr Reichweite, mehr Kraft, effektiveres Krafttraining, Verletzungsprophylaxe usw..
Alles richtig und mittlerweile auch unzählige Studien belegt, wissenschaftlich fundiert, sollte es Einzug halten in die Trainings dieser Welt.

„Överspagat“ von Mollerjoakim - uploaded by Mollerjoakim. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:%C3%96verspagat.jpg#/media/File:%C3%96verspagat.jpg

Warum?

Interpretiert man Beweglichkeit als festen Bestandteil der konditionellen Faktoren, ist sie ein Teil eines Ganzen - nämlich der Kondition. Das Kraft die Grundlage jedweder Bewegung ist, sollte sich mittlerweile jedem erschlossen haben. Bewegung ist aber nur möglich, wo Bewegung ausgeführt, erlernt und umgesetzt wird und werden kann.
Bewegung beginnt von Kindesbeinen an, setzt sich in der Jugend fort und hört dann erstaunlicherweise bei vielen Menschen mit Eintritt des Erwachsenendaseins auf.
Wir werden zum "Sitzer" oder zum Dauerläufer (was auch nicht unbedingt etwas mit viel Bewegung zu tun hat oder wir machen immer das Gleiche (damit hält zwar die Bewegung wieder Einzug, aber leider zu einseitig) - mit allen Konsequenzen, die Einseitigkeit und Nichtbewogen mit sich bringen. Mit negativen Einflüssen auf die Gelenkkapseln, auf die Bänder, auf die Muskulatur, ja selbst auf den Knochenbau. Ge- und Verfolgt von Krankheitsbildern, deren Heilung und Behandlung viel Geld verschlingen.

Einmal ist keinmal!

Beweglichkeit kommt von Bewegung. Bewegung trainiert Muskeln, lässt diese kräftig werden. Bewegungsverbessert das Zusammenspiel vieler Komponenten des Organismus: Faszien, hyaliner (wasserhaltiger) Knorpel, Faserknorpel, selbst die Struktur von Nervenfasern werden durch die Bewegung beeinflusst. Sie werden kräftiger, stärker, dicker, fester und passen sich an jede Bewegung an. Sehr schnell. Innerhalb eines Tages. Für kurze Zeit, wenn nicht das nächste Training im Bereich des Mehrausgleichs des vorangehenden liegt und der Bewegungseinfluss mindestens 300 bis 400 Tage ständig gesetzt wird.


Fünf Grundsätze gilt es zu beachten!

Bewege Dich regelmäßig.
Unser Bewegungsapparat heißt deswegen so, weil er auf Bewegung ausgelegt ist. Die Wirbelsäule beispielsweise ist ein Verbund von mehr als 80 Gelenken. Hier hätte die Evolution nicht einen solchen Aufwand betreiben müssen. Heutzutage würde bei vielen Menschen 2 Gelenke in der Wirbelsäule vollkommen ausreichen.
Schaffe einen Ausgleich zu Deinen Alltagsbelastungen!
Arbeitest Du den ganzen Tag mit hohen Lasten, reduziere zwischendurch die Belastung und mache viele Bewegungen mit kleineren Lasten. Sitzt Du den ganzen Tag im Büro, ist das Radfahren am Abend schlicht die falsche Wahl. Dort sitzt Du nämlich schon wieder. Gehe Laufen oder besuche einen Kurs in einem Studio, mache Pilates oder andere effektive Bewegungsformen.

Verbessere Deine Bewegung.
Lerne, Deine Bewegungen effizienter zu gestalten. Je öfter Du Dich bewegst, um so besser werden Ausführungen. Regelmäßiges Faszientraining verbessert nicht nur die Wirksamkeit der Bewegung, sondern auch deren Ausführung durch effizientere Technik.
Beim Liegestütz reichen kleine Veränderungen der Winkel von Schulter und Ellenbogen aus, um die Bewegung effektiver und optimaler zu gestalten.

Reduziere das Verletzungsrisiko.
Verbessertes Bewegungsausmaß führt zu weiteren Bewegungsausschlägen. In Kombination mit regelmäßigem Krafttraining (dabei musst Du nicht in´s Studio - viele Übungen lassen sich problemlos zu Hause ausführen) lernst Du, die Bewegungen am Ende zu stabilisieren. Du entwickelst Fähigkeiten über das gesamte Bewegungsausmaß, was einen wesentlichen Beitrag zur Verletzungsprophylaxe darstellt. Ein hohes Maß an Beweglichkeit reduziert das Risiko muskulärer Dysbalancen mit all ihren Konsequenzen bis hin zur Veränderung der Bälkchenstruktur von Knochengewebe.

Führe komplexe, das heißt Bewegungen über ganze Muskelketten hinweg aus.
Du findest im Alltag keine - definier keine Bewegung, die nur über ein Gelenk geführt wird. Also bewege Dich auch im Training nicht so. Nur dann sind Deine Muskulatur, Dein Gewebe, Deine Knochen usw.  in der Lage, zu jeder Zeit volle Leistungsfähigkeit zu entfalten. Nur wer Komplex trainiert, wird auch komplexe Bewegungen in seinen Alltag integrieren können, was wiederum zu einer höheren Bewegungseffizienz führt. Wenn Du Ausgleichsbewegungen zu Deinem Alltag machst, gestalte sie immer über komplette mögliche Bewegungsausmaß.

Gewinne Sicherheit - in der Bewegung selbst und bei Verletzungen.
Durch das Training der Beweglichkeit gewinnst Du nach einer Verletzung die Sicherheit, Dich wieder effektiv bewegen zu können. Du bekommst Vertrauen in Deine Bewegungen und wirst merken, das mit viel Beweglichkeit in Verbindung mit einer kontrollierten Stabilität ein entscheidendes Mehr zur Wiederherstellung erreicht werden kann.

Für ein Beweglichkeitstraining benötigst Du keine aufwendigen und teuren Apparaturen. Für die meisten Menschen reicht es für einen gut funktionierenden und ausgeglichenen Alltag vollkommen aus, alle Gelenke einmal am Tag endständig zu bewegen - Ausgleichsbewegungen eben.

Wie das letztendlich aussehen soll, zeige ich Dir gerne in einem Probetraining.



-JP-

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