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Homöopathie ...

Homöopathie ist überhaupt nicht umstritten. Sie ist unbestritten widerlegt und dient deshalb immer als Paradebeispiel gegen CAM und andere Formen von Quaksalberei. Des Weiteren wirkt es auch nicht seriös, sich immer krampfhaft gegen die sogenannte "Schulmedizin" abgrenzen zu müssen, so wie es wiederholt vorexerziert wird. Den Begriff "Schulmedizin" gibt es nicht. Wenn etwas wirkt, ist es Medizin. Wenn nicht, ist es CAM (complementary alternative medicine).

Zitat Handelsblatt 2010: "Um Homöopathische Arzneimittel ist ein neuer Streit entbrannt. Mediziner und Politiker fordern, die selbsternannte „sanfte Medizin“ aus dem Leistungskatalog der Krankenkassen zu streichen. Obwohl zahlreiche Studien die Unwirksamkeit der Homöopathie belegen, erfreut sie sich weiterhin großer Beliebtheit."

Ob Hokuspokus oder nicht, auf jeden Fall ist die Homöopathie mit ihrer Methode, ein Übel mit dem Übeltäter in millionenfacher Verdünnung zu heilen, ein wichtiger Faktor im Pharmamarkt: Fast 400 Millionen Euro gaben die Deutschen 2008 für homöopathische und anthroposophische Medikamente aus, damit landete jeder hundertste für Arzneimittel ausgegebene Euro bei den homöopathischen Firmen, etwa bei der "Deutschen Homöopathischen Union" in Karlsruhe. Und die Tendenz ist eindeutig steigend: Seit 2005 legten die Umsätze um 11 Prozent zu.

Vielleicht hängt es mit diesen Zahlen zusammen, dass die Anbieter so erbittert um den Segen der Wissenschaft ringen. Seit einigen Jahren gibt es eine Flut von Untersuchungen. In etwa 200 Studien mussten homöopathische Therapien gegen die so genannte Schulmedizin antreten, oder homöopathische Medikamente ("Globuli") sollten sich mit Placebos, Pillen ohne spezifische Wirkung, messen. In der überwiegenden Zahl der Untersuchungen fiel die Homöopathie durch.
Mal hatten die Globuli zwar eine Wirkung, aber keine größere als die Placebos. Mal zeigte der Vergleich einer Komplettbehandlung keine messbare Verbesserung der Krankheit, die nicht auch ohne Behandlung zu erwarten gewesen wäre. "Es gibt zwar eine Hand voll Studien, bei denen die Homöopathie scheinbar funktioniert", sagt Ernst. Die ganze Wahrheit werde aber von Homöopathen verschwiegen: "Diese Studien scheiterten sämtlich in der zweiten Instanz, bei der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse durch andere Arbeitsgruppen."
Behandlungserfolge zu messen ist ein aufreibendes Geschäft. Was ein unabhängiger Beobachter beim Verlauf einer Krankheit, von Ursachen und Wirkung feststellen kann, ist nicht unbedingt das, was die Patienten selbst berichten. Wenn die Erfolge der Globuli kolportiert werden, dann geht es selten um Krebs. Eher um verschwundene Säuglingskoliken, Erkältungen oder Asthma. Das objektive Problem ist die Subjektivität der Wahrnehmung: Wer ein Medikament eingenommen hat, wird annehmen, dass deswegen die Kopfschmerzen verschwunden sind. Dass sie ohnehin selten länger als einen Tag anhalten, macht man sich nicht bewusst.
Zitat Ende

-JP-

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