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Geistige Fitness

Geistige Fitness für Ihre Mitarbeiter!
Prof. Meyer zu der Frage, ob Gehirnjogging effektiv ist.
Martin Meyer (Jahrgang 1968) ist Professor am Psychologischen Institut für Lernen und Plastizität des gesunden Alterns an der Universität Zürich.

[…] Man weiß heute, dass das Gehirn kein statisches Gebilde ist, sondern sich bis ins hohe Alter verändert und umbaut, um einem drohenden Leistungsabbau entgegenzuwirken. Es gibt also so etwas wie eine kognitive Reserve, um unsere geistigen Fähigkeiten noch länger zu erhalten. Denn unser Gehirn ist kein Computer, sondern ein neuronales Netzwerk. Man kann das mit dem S-Bahn-Netz von Berlin vergleichen: Da gibt es stark befahrene Hauptverbindungen, langsame Nebenstrecken und etliche Umsteigebahnhöfe. Solche Knotenpunkte haben wir auch im Gehirn. Dort werden die Informationen verteilt. Mit zunehmendem Alter beginnen sich jedoch einige dieser Verteilerknoten aufzulösen. Die Informationen müssen sich daher andere Wege suchen. Manchmal dauert es dann länger, um ans Ziel zu kommen. […]



Mit anderen Worten: Es bedarf bisweilen der Geduld, um an´s Ziel zu kommen. Da sind Hopfen und Malz keinesfalls verloren. Varianz im Lernen und Vermitteln sind erforderlich, um eine möglichst große Vielfalt im Bereich der Informationsfindung zu erlangen.
[…] Mittlerweile erhärtet sich die Erkenntnis, dass die kommerziellen Gehirnjoggingangebote immer nur bestimmte kognitive Leistungen verbessern. Wer Sudokus trainiert, kann danach besser Sudokus lösen - mehr nicht. Das überträgt sich nicht auf andere kognitive Fähigkeiten wie Gedächtnisleistungen, Problemlösefähigkeiten oder logisches Denken. Viel besser ist es, wenn man sich immer wieder neuen Situationen und Herausforderungen stellt. Das Leben ist das beste Training. […]
... und wer im Studio immer nur an langweiligen Geräten sitzt, wird wesentlich weniger Erfolg haben als jemand, der Freihantel oder TRX Suspension- Training betreibt. Und das möglichst abwechslungsreich mit allen erdenklichen Bewegungsangeboten. Abwechslung in der täglichen Arbeit und in der Freizeit sind Garanten für umfangreiches Lernen und Behalten. Es gilt vielfältige Reize zu setzen, um Netzwerke nicht nur aufrecht zu erhalten, sondern diese bis ins hohe Alter zu verbessern.
[…] Das Hirn braucht Sauerstoff und Nährstoffe, dazu ist es auf einen guten Kreislauf angewiesen. Studien zeigen, dass ein Training Einfluss auf die kognitive Fitness im Alter hat. Die beste Prophylaxe ist dabei eine körperliche Betätigung auf moderatem Level, also zum Beispiel Nordic Walking, Radfahren oder Tanzen. Kurz: Alles, was für das Herz gut ist, tut auch dem Gehirn gut. Allerdings sind wir alle Sklaven unserer Gene. Wenn ich eine Veranlagung zu neurodegenerativen Erkrankungen habe, hilft mir das Training nur wenig. Dann bin ich mit Mitte 70 vielleicht körperlich total fit, aber dement. […]
Vieles spricht mittlerweile für Dynamik am Arbeitsplatz. Stupides „vor sich hin arbeiten“ ist wenig zielführend. Bewegung tut Not.
Das ist unser Zeil bei Praeventfit. Ergonomie am Arbeitsplatz ist das eine, bewegende Pausen und viel Abwechslung sind die anderen Bestandteile. Motivation wird nicht durch mehr Einkommen erreicht. Mehr Geld ist ein kurzfristiger Motivation. Langfristig jedoch sind Maßnahmen erforderlich, welche vor allem die Wertschätzung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch die Führungskräfte sicherstellen. Stress ist dabei ein wesentliches Hindernis. Unter Stress schüttet unser Körper Cortisol aus, welches im Gehirn die Areale und Regionen hemmt, die für zielgerichtetes und strategische Denken verantwortlich sind. Deswegen gilt unsere Aufmerksamkeit im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung vor allem dem Stress-, dem Zeit- und dem Bewegungsmanagement.
Unter dem Link http://juergenpagel.de/leistungen/praeventfit-unternehmen/ finden Sie einen Teil unserer Angebote. Auch für Ihr Unternehmen.

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