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Jahresabschluss ...

In diesen Tagen machen irgendwie alle ihren Jahresabschluss und freuen sich auf Weihnachten. Sei es geschäftlich mit einer abschließenden Buchführung oder beispielsweise einem Resümee, was in diesem Jahr alles geschehen ist. Und ich treffe momentan ganz viele Menschen, die einfach keine Lust mehr haben, ausgelaugt sind und sehnlichst darauf warten, dass endlich Weihnachten wird und das Ende des Jahres eingeläutet wird. Um zur Besinnung zu finden, etwas Ruhe zu haben und ein paar Tage mit der Familie verbringen zu dürfen und zu können.
So möchte auch ich die Gelegenheit nutzen, einen kurzen Moment die Zeit an zu halten, mich zu bedanken für die Treue meiner Kunden und Patienten. Für die Freundschaft mit sehr netten Menschen, die mich auch dieses Jahr begleitet haben. Mich zu bedanken für viele schöne Momente, die ich erleben durfte. Für viele neue Erkenntnisse und Gedanken, die mich auf meinem weiteren Weg beeinflussen werden. Einige sehr nette Menschen haben das Ende diesen Jahres nicht mehr erlebt. Jeder von ihnen ist viel zu früh von uns gegangen. Das verdeutlicht, wie wichtig es ist, jedem Tag mit Dankbarkeit zu begegnen. Dankbar dafür zu sein, einfach aufzustehen, zu frühstücken und zur Arbeit fahren zu dürfen - nicht zu müssen, sondern zu dürfen. Einigermaßen gesund wieder ein Jahr erleben zu dürfen, welches das Leben füllt und die Gedanken ordnet.

Die Erkenntnis dieser tiefen Dankbarkeit, die sich daraus entwickelnde Bescheidenheit, der Respekt und die Achtung, die daraus entstehen - das sind die Dinge, die ein Jahr wie dieses letztendlich ausmachen und die zumindest mich mit Freude und froher Erwartung auf das Jahr 2017 blicken lassen.

Wenn wir so um uns herum blicken, entdecken wir auf den ersten Blick nicht viel Schönes. Menschen werden gezwungen, ihre Lieben zurückzulassen. Überall auf der Welt herrscht Krieg, Zerstörung und Feindschaft. Das wird auch 2017 wohl nicht anders werden. Um uns herum betrügen und belügen uns Politiker aller Länder. Und sie empfinden keine Skrupel, dies zu tun. Während überall auf der Welt Menschen um ihre Existenz kämpfen, und nicht wissen, ob und wie sie den nächsten Tag überstehen sollen - übrigens auch in Deutschland in unserer unmittelbaren Nachbarschaft, werden anderorts rauschende Feste gefiert, tolle Reden geschwungen und so getan, als ob alles in Ordnung ist. Während Arbeitnehmer in vielen Berufen um jeden Cent feilschen müssen, bedienen sich Vorstände an Geld, das ihnen nicht gehört - sei es das Geld der Steuerzahler oder seien es Mitgliedsbeiträge von Versicherten. Untragbar werden Sie sagen. Ja, "eigentlich" schon. Aber offensichtlich sind leider viele von uns so abgestumpft, dass ihnen das nichts ausmacht. Auch das wird sich 2017 garantiert nicht ändern.

Ich möchte Sie darum bitten, daran etwas zu ändern. Seien und bleiben Sie kritisch. Üben Sie Widerspruch. Nehmen Sie nicht alles hin. Auch wenn es Ihnen das eine um´s andere Mal die gute Laune vermiest. Bleiben Sie vor allem Mensch. Schauen Sie hin, wenn es etwas zum Hinschauen gibt. Es geht Sie etwas an, wenn Sie Gewalt beobachten - egal gegen wen. Es geht Sie etwas an, wenn Menschen respektlos miteinander umgehen. Es geht Sie etwas an, wenn Toleranz ein Fremdwort wird. Es geht Sie etwas an, wenn Menschen traurig sind und nicht mehr ein noch aus wissen. Es geht Sie etwas an, wenn Sie um Ihren gerechten Lohn betrogen werden. Es geht Sie etwas an, wenn Politiker ihre Versprechen nicht halten, die sie offenbar im Zustand geistiger Umnachtung in einer Wahlnacht gegeben haben. Es geht Sie sehr wohl etwas an, wenn Großvorhaben wie BER oder S21 zu scheitern drohen, weil Menschen versagen, die sich die Verantwortung, derer sie nicht gerecht werden zwar bewusst sind, aber genau wissen, dass sie keine Konsequenzen aus ihrem Versagen zu ziehen haben. Es ist ja nicht ihr Geld, das sie verschleudern. Es geht Sie etwas an, wenn deutsche Unternehmen Waffen und Munition in Kriegsländer liefern und die Bürger zu Spenden aufgerufen werden, um den Menschen in diesen Kriegsgebieten ihre dramatische Situation etwas leichter zu machen. Es geht Sie sehr wohl etwas an, wenn Ihr Nachbar gegen Ausländer hetzt. Der nächste, gegen den er hetzt, könnten Sie selbst sein.

Um uns herum sehen wir jeden Tag Ungerechtigkeit, Unmut, Trauer, Wut und Hass. Diese negativen Energien in etwas Positives zu wandeln, Ihren Mitmenschen mit Freundlichkeit, Gelassenheit, Respekt und Achtung zu begegnen und nie zu vergessen, wie einfach es für uns ist, beim Bäcker um die Ecke ein Brötchen zu kaufen, wäre doch ein schöne und lohnenswerte Aufgabe für das Jahr 2017.

Ich wünsche uns allen viel Erfolg bei dem Ziel, das Jahr 2017 ein bisschen freundlicher zu gestalten!

Vielen Dank. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und Ihren Familien ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein erfolgreiches, vor allem gesundes neues Jahr.

Ihr Jürgen Pagel


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