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Eine Erfolgsgeschichte - vom Umsteigen und neuer Lebensqualität

Es wird wie immer viel Unsinn erzählt, Gerüchte verbreitet und eine Menge Leute in allen möglichen Foren geben Kommentare ab, die jedweder wissenschaftlichen Grundlage entbehren. Das kommt ja des Öfteren vor. Aber selten ist es so krass, wie in dem Fall des Dampfens. Jawohl. Es geht um´s Dampfen. Also der Alternative zum Zigaretten rauchen.
Fazit: Es geht. Seit nunmehr zwei Monaten rauchfrei kann ich sagen bzw. schreiben: Es geht. Dieser kleine Beitrag soll alle Raucher - auch die unter meinen Patienten und Kunden - ermutigen aufzuhören, umzusteigen oder es ganz bleiben zu lassen. Wer Bock darauf hat, soll weiterlesen. Wer nicht, kann an dieser Stelle aufhören zu lesen.

Warum ist das meines Erachtens einen Blog-Beitrag wert?

Ganz einfach. Weil ich selber vierzig Jahre geraucht habe. Nein, keine zwei am Tag, noch nicht einmal eine ganze Schachtel, sondern gelegentlich und manchmal ein paar mehr. Manchmal heimlich, manchmal in der Öffentlichkeit und manchmal auch mit Kunden und Patienten zusammen.
Denn ich bin Physiotherapeut, Personal Fitness Trainer und Moderator im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Ich habe also viel mit Gesundheit, Krankheit, Wohlbefinden und dem ganzen anderen Kram in unserer Gesellschaft zu tun, der vieldiskutiert wird, ohne genau zu wissen, was dahinter steckt.

Das kann man gut finden oder nicht, aber mit meinen 58 Lenzen habe ich vor allem eines gelernt - nämlich nicht einfach einen Stab über Menschen zu brechen, ohne die wahren Hintergründe zu kennen und vor allem nur über Sachen zu urteilen, von denen ich Ahnung habe. Das geht mit sagenumwobenen Ernährungsweisheiten (die ich nahezu alle ausprobiert habe) los und endet bei Fitnessübungen, die angeblich geeignet sind, jeden Rückenschmerz zu beseitigen (was es definitiv nicht gibt).


Warum liegt mir nun das Dampfen besonders am Herzen?

Diese Frage ist nahezu wörtlich zu verstehen. Ich habe es am Herzen. Kein Liebeskummer. Keinen Herzschmerz, sondern eine koronare Gefäßerkrankung, die ich blöderweise seitens der Familie meines Vaters geerbt habe. Ich bin sozusagen der letzte Mohikaner der Familie Pagel. Woran das liegt, weiß nur die Genetik. Dumm gelaufen. Ich habe mein Leben lang viel gearbeitet, nicht mehr und nicht weniger Stress als andere gehabt, täglich viel Sport gemacht - vom MTB-Downhilling, 70-km-Joggen-pro Woche, stundenlanges Radfahren, Freeclimbing, Riverrafting, Gleitschirmfliegen bis zum Krafttraining - nebenbei eine Praxis geschmissen und die Rente ist nicht in Sicht. Alles gut.
Aber eben auch mehr als vierzig Jahre geraucht.
Unvernünftig, schädlich, "wie-kann-man-nur" mag der eine sagen. Kann ich verstehen, "an-die-eigene-Nase-fassen" sagt die andere. Andere ziehen sich halt jeden Abend ihre Viertele (so nennt man bei uns im Schwoabeländ'le die 0,25 Liter Wein) oder ihr "Hefewoize" (für die Bayern: das Weissbier) 'rein. Andere ernähren sich von Mineralwasser, Ziegenkäse, Obst, Salat und anderen gesunden Sachen - und sterben auch oder trotzdem. So zumindest die Argumente der Raucher.

Um es kurz zu machen: Man merkt es. Regelmäßiger Sport kann nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass die Vitalkapazität (jenes Lungenvolumen, dass man mit einer maximalen Ein- und Ausatmung zur Messung bringt) nachlässt. Das Alter. Ja klar. Die Vitalkapazität lässt mit zunehmendem Alter nach. Aber man kann sie lange auf einem hohen Niveau halten (50-60jährig sollten das schon zwischen 3,2 und 4,0 Liter) sein. Die Ausdauerfähigkeit leidet. Ab dem zweiten Stock tut das ein bisschen weh. Lange Laufstrecken gehen einigermaßen, aber optimal ist das alles nicht. Man merkt es. Man weiß es. Vor allem vor dem Hintergrund einer bestehenden kardiologischen Grunderkrankung. Aber im Erfinden von Ausreden bin ich mindestens genauso stark, wie viele andere auch.

Bild von Markus Menge

Was ist nun passiert?

Irgendwie war in meinem tiefsten Inneren der Wunsch, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Aber die unzähligen Versuche machen mürbe. Hoffnungslosigkeit machte sich breit. Irgendwie klappte es nicht so richtig. Bis ich dank einiger angehender Physiotherapeutenkollegen die Dampfe für mich entdeckt hatte. Das war im Oktober 2016. Interessiert an der Technik und dem Verfahren der Dampfentwicklung selbst, begann ich mich mit einigen Geräten einzudecken. Grausig an die ersten Versuche dazu im Jahre 2014 denkend, die allesamt scheiterten, weil die Dinger ständig sifften, beschissen schmeckten, manche Hose im Müll landete, weil die Taschen voll mit Liquid waren und das irgendwie überhaupt keinen Spaß machte war ich sehr überrascht, wie weit die Technik mittlerweile fortgeschritten war und die Dinger langsam alltagstauglich geworden sind.

Ein eingefleischter Nichtraucher schüttelt spätestens an dieser Stelle hoffnungslos den Kopf. Wie kann man nur so bescheuert sein? Wieso hört der denn nicht früher auf, obwohl er genau weiß, wie gefährlich und schädlich das Rauchen ist? Wieso braucht der dazu 26 Anläufe, um das zu erkennen? Ja, ja, die Nichtraucher. Ein lebenslanger Nichtraucher KANN das einfach nicht verstehen. Basta. Punkt.

Also, ich mich also eingedeckt mit dem Nötigsten und mit dem Dampfen begonnen. Zunächst nur ein bisschen. Irgendwie hatte ich mein Setup noch nicht gefunden. Aber konsequentes Experimentieren optimierte die Dampfgeräte, die Atomizer, die Liquids, so dass aus dem gelegentlichen zwischendurch "noch-eine-Rauchen" ein hundertprozentiger Dampfer wurde. Das hat etwas gedauert. Andere schaffen das von einem Tag auf den anderen. Manche brauchen ein Jahr und mehr dazu. Aber es funktioniert. Es folgte ein "sich-intensiv-mit- der-Materie-auseinandersetzen", das Lesen unzähliger Artikel, Besuche beim Offline-Shop mit der Feststellung, dass die meisten, die dort arbeiten, keine Ahnung von dem haben, was sie da verkaufen (zur Ehrenrettung der Verkaufsszene sei gesagt, dass es natürlich auch andere gibt). Aber vieles geht eben genau aus den oben beschriebenen Gründen über das Learning-By-Doing, dem Prinzip Trial-and-Error und das funktioniert am Einfachsten über die Online-Shops.

Und es macht Spaß! Mittlerweile ist das ganze Gedampfe ein richtiges Hobby geworden. Man lernt eine Menge. Zum Beispiel, dass Airflows an der Base meistens nicht gut funktionieren, weil sie eher siffen. Oder das Tröpfeln zwar umständlicher sind, aber wesentlich besser schmecken und seltensten siffen. Oder man befasst sich mal wieder ernsthaft mit dem Ohm´schen Gesetz, weil das sonst beim Stacking (dem hintereinander schalten von zwei oder mehr Akku´s in Reihe, bei dem sich die Spannung bisweilen mehr als verdoppelt, aber sich die Leistung mehr als vervierfacht) und der Wahl der falschen Wicklung sozusagen in die Hose geht.


Das Ergebnis

Lang und gut. Das Ergebnis ist entscheidend. Wieder einmal gelernt, das es keinen Sinn macht, über Probleme nachzudenken ("Wie höre ich mit dem Rauchen auf") sondern es einfach zu tun (T.U.N. = die drei Buchstaben des Erfolges). Und eine weitere Erkenntnis ist, dass Radfahren wieder unendlich viel Spaß macht. Alle Beschwerden sind schon nach zwei Wochen verschwunden. Stockwerke - egal wie viele - machen keine Angst mehr. Der Geschmacks- und der Geruchssinn sind wieder voll da (das geht irre schnell und ich habe vorher immer gedacht, das ich gut rieche und schmecke). Die Kondition ist bärig. Kein Berg zu steil, kein Weg zu weit. Die Vitalkapazität hat sich innerhalb kürzester Zeit von 3,2 auf 3,8 Liter verbessert. Der Blutdruck sinkt auf fast beängstigende 105/65 in Ruhe. Der Ruhepuls von 65 (was ja auch nicht sonderlich viel war) auf bescheidende durchschnittliche 55-58. Die Laune ist besser. Der Schlaf perfekt und lange Nächte mit Freunden bleiben ohne Spuren und Konsequenzen. Und das Tollste ist: Kein Verlangen nach einer Zigarette, kein "Ach-hääte-ich-doch". Und das Allertollste: Ich gehe an einem Raucher vorbei und denke "Bäh, das stinkt". Irre, oder? Jaja, ich weiß. Den Nichtraucher wird das alles nicht überraschen. Aber dieser Artikel ist ja auch für die Raucher gedacht.


Meine Meinung

Ihr lieben Raucher, steigt um. Es lohnt sich. MACHT es einfach und denkt nicht über den Suchtfaktor Nikotin nach. Der ist nämlich keiner. Auch wenn es auf den Liquids steht. Das ist nur der kleinste Teil. Vielmehr spielt euch eure Psyche einen Streich und die könnt ihr leicht austricksen. Lasst die Zigaretten stecken und habt Spaß am Dampf. Vielleicht ist das auch ein guter Weg, ganz aufzuhören. Ihr werdet überrascht sein, was das Leben für euch bereit hält. Nutzt die Chance, bevor so ein paar Eierköpfe, die mit der Zigarettenmafia unter einer Decke stecken, euch diese Chance nehmen.

Geht in einen guten Shop und lasst euch beraten. Fangt klein an und kauft euch ein einfaches Gerät und lasst euch nichts erzählen, dass das alles viel schädlicher ist, als Zigarettenrauchen. Das stimmt nicht. Die Wissenschaft gibt uns Dampfern bis jetzt recht. Es ist besser. Klar, immer noch schädlich. Aber es ist auch superschädlich, an der Heilbronner Straße in Stuttgart zu wohnen. Klar ist es besser, ganz aufzuhören. Vor allem - liebe unter-18-Jährige - gar nicht erst anzufangen. Aber es ist ein Weg, um von einem Laster loszukommen, das nun wirklich nicht prickelnd ist.


Informationen

Wer mehr wissen möchte, kann und darf mir gerne eine Nachricht schreiben. Ich habe hier bewusst darauf verzichtet, alle wissenschaftlichen Artikel zu posten. Die sind hinlänglich bekannt, überall in der Szene nachzulesen und bei Bedarf kann ich die gerne zur Verfügung stellen.

Und eines zum Schluss: Das ist MEINE Erfolgsgeschichte. Andere mögen andere haben und vielleicht auch solche, die gar keine sind.

Und ganz zum Schluss - besonders für die Oberschlauen, die mir jetzt unterstellen, ich würde Kinder zum Dampfen animieren: Nein, das tue ich nicht. Den im Gegensatz zum Nichtraucher weiß ich, wovon ich rede und schreibe. Ich habe mehr als vierzig Jahre Erfahrung darin - bin also sozusagen Experte. Und denen glaubt man bekanntlich mehr, als allen Oberlehrern, die gar nicht wissen, wovon sie erzählen.

Beste Grüße und VAPE ON
Jürgen

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