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Freude am Radfahren

63 Nm Vortrieb. Bis zu 150 km Fahrspaß. Trotzdem ordentlich in die Pedale treten, das Training optimal steuern und Radfahren auch mit Handicap. Geht das? Ja, mit einem E-Bike, dem derzeit wohl umweltfreundlichsten Fortbewegungsmittel.

Warum ein E-Bike?

Am E-Bike scheiden sich von Anbeginn an die Geister. Die einen verteufeln es als geriatrisches Hilfsmittel, andere sind vollauf begeistert. Zu den Letzteren gehöre ich wohl mittlerweile.
Für die Anschaffung sprachen einige gute Argumente:
  • Kein eigenes Fahrrad mehr. Vor zwei Jahren habe ich mein Trekkingbike verkauft, da es die meiste Zeit des Jahres in der Garage stand und Platz weg nahm. Hauptgründe für die Nichtnutzung waren gesundheitliche Einschränkungen, Lustlosigkeit, ständiges Bergauffahren. Denn wir wohnen im Tal. Und immer nur das Land hin und her fahren, macht nicht wirklich Spaß und sich die Berge hochquälen auch nicht so wirklich. Zumindest mir nicht.
  • Meine Frau hat ein E-Bike. Sie hat es sich nach einer Knie-OP gekauft. Da funktionierte nämlich das "normale" MTB-Fahren nicht mehr ohne tagelange Schmerzen.
  • Ein gemeinsames Hobby. Ich wollte mal wieder zusammen mit meiner Frau etwas unternehmen. Spazieren gehen - ok. Kann man machen. Aber der Kreis ist beschränkt. Zusammen Autofahren - geht auch. Aber es fährt ja immer nur einer und außerdem kostet das eine Menge Sprit. Gemeinsam Laubsägearbeiten machen - auch das geht. Aber wir hatten beide das Gefühl, dass wir aus dem Alter langsam aber sicher 'raus sind.
  • Gutes Angebot. Als unser Fahrradhändler, guter Freund und Berater hörte, das es ein neues E-Bike sein sollte, war er hellauf begeistert. Klar. Wäre ich an seiner Stelle auch gewesen. Aber er hat uns gleich ein wirklich gutes Bike empfohlen und so war die Hemmschwelle deutlich geringer.
  • Ein Vortrag von Dr. Thijs Eijsvogels anlässlich einer kardiologischen Fortbildung in Markgröningen. Er präsentierte nämlich einige wirklich qualitativ gute Studien, die klar belegten, das der optimale Leistungslevel zwischen 60 und 75 % der maximalen Ausdauerbelastungsfähigkeit liegt. Und das einzuhalten bzw. umzusetzen fällt in einer hügeligen Gegend schwer. Bei mir persönlich gehen dann noch einmal ca. 10 Schläge weg. Daraus ergibt sich ein Niveau von ca. 120 bis 140 Schlägen/Minute. Und das konsequent nach der Schwellentrainingsmethode berechnet heißt: 60% in TZ1, 30% in TZ2 und 10% in TZ3. Die TZ3 rechnen wir der TZ2 dazu und schon haben wir ein Fifty-Fifty-Training mit guten und gesunden Effekten für den Breitensportbereich. 

Gesagt. Gekauft. Getan.

Und was soll ich sagen? Sensationell. Kein Weg zu weit, kein Berg zu steil. Mann, was leben wir in einer tollen Gegend. Mittlerweile sitzen wir mindestens dreimal pro Woche auf den Bikes, erkunden Gegenden, die wir vorher nur vom Hören-Sagen kannten und die wir mit einem normalen Bike nur unter Einsatz aller Kräfte erreicht hätten. Wir fahren einen Berg hinauf, um festzustellen, das es da nicht wirklich weiter geht. Egal. Wieder hinunter und die nächste Rampe in Angriff genommen. Das macht viel Spaß. Wir sind nie kaputt, haben aber trotzdem unser Beweglichkeitsziel erreicht. Wir haben etwas für unsere Gesundheit und unser Zusammenleben getan. Denn wir haben uns noch nie soviel unterhalten, wie auf unseren Radtouren. Nächstes Ziel: Heckträger und Bodenseerundfahrt. 70-80 km am Tag sind geplant und wir trainieren fleißig unser Sitzfleisch.

Technik

Wir haben beide ein E-Bike von Stevens. Ich das sogenannte E-Wave. Es sind Einsteigermodelle, die nicht nur gut aussehen, sondern für E-Bikes mit ca. 20 kg auch relativ leicht sind. Der 400Wh Akku sowie der Bosch Cruise-Antrieb leisten gute Dienste, hat eine vernünftige Reichweite (je nach Fahrmodus bis zu 150 km). Wir haben das bisher trotz vieler langer Anstiege noch nie ausgereizt, aber im täglichen Gelände- und Tourbetrieb im gelegentlichen Turbo-, seltenem Sport- und überwiegendem Tour-Modus sind 50-80 km ohne Weiteres machbar und erfordern kein Nachladen. Und das bei einem Gesamtgewicht einschließlich Fahrer, Bike, Wasser, Schloss u.ä. von gut und gerne 115 Kilogramm.

Die Trainingseffekte sind sensationell. Da, wo du am Anfang beim Anstieg noch den Turbo-Modus gebraucht hast, bist du jetzt locker zwei Stufen tiefer im Tour-Modus unterwegs. Überhaupt ist es Unsinn, wenn manche behaupten, man müsse nicht mehr treten. Das ist schleißlich kein Mofa. Und wer es gerne Hart haben möchte, bleibt im Eco-Modus oder schaltet den Hilfsantrieb eben ganz aus. 

Das Leistungsspektrum ist eben enorm. Ein wirklicher Vorteil, der klar für das E-Bike spricht.




27,5 x 26" Bereifung bietet ein guten Lauf auf der Straße sowie entsprechenden Federkomfort und hervorragenden Vortrieb im Gelände. Und Gelände haben wir schon ausgiebig getestet. Im Fully sehe ich als "Normal"-Biker keinen Vorteil, da es tatsächlich etwas Kraft sprich Vortrieb schluckt und die dicke Bereifung einen guten Kompromiss darstellt. Wer gerne mehr dazu lesen möchte, schaut sich einfach auf der Seite von Stevens um STEVENS BIKES oder fragt mal in Ilsfeld beim Radhaus unter der Geschäftsführung vom Albert Epple nach.

Wir für unseren Teil haben alle unseren Vorurteile gegen die E-Bikes abgelegt und sind einfach nur gegeistert.

Gutes Gelingen, viel Spaß auf der nächsten Tour - wir kriegen Euch!

Beste Grüße
Jürgen

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