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Und wieder ... diesmal mit noch mehr Energie und Willen zur Veränderung. Die Zeit ist reif!


Und schon wieder .... muss ich etwas loswerden. Das wird langsam echt anstrengend, was da so alles in den letzten Tagen passiert - besser verursacht wird. Im positiven Sinn.

Nach der Demo in Köln - deren Eindrücke ich ja bereits an anderer Stelle geschildert habe - ist noch einmal unheimlich viel geschehen.
Es gibt eine sagenhafte Solidarität - unter den verschiedensten Berufsgruppen. Plötzlich ist von „Heilmittelerbringern“ die Rede.



Es meldet sich die Industrie sehr deutlich zu Wort und bietet finanzielle und logistische Unterstützung an.
Physiotherapeuten liegen sich in den Armen und herzen sich - ein vollkommen ungewohntes Bild v.a. auf Facebook.
Viele entdecken ihre Liebe zu Twitter und es wird rausgehauen, was irgendwie geht.
Heiko Schneider strampelt nach Berlin, begleitet von immer mehr Mitstreitern.
Es formieren sich Aktionsgruppen und es finden sich Experten zusammen, die innerhalb von zwei, drei Tagen mehr bewegen, als alle Verbände zusammen in den letzten dreißig Jahren.
#ohnemeinenphysiotherapeuten geht durch die Decke und liegt zum jetzigen Zeitpunkt bei über 105.000 Unterzeichnern. Hammer. Meinen allergrößten Respekt vor dem Engagement von Jesko Streek und Tim Maller. Wer hätte das zuvor gedacht?
#therapeutenamlimit ist die nächste erfolgreiche Aktion - die beste Unterstützung für Heiko Schneider und ganz viele Kollegen/innen.



Krankenkassen werden permanent unter Druck gesetzt.
Die Politik reagiert mit Statements.

Wann hat es das jemals gegeben?

Ich kann mich in mehr als dreißig Jahren nicht daran erinnern.

Natürlich kann man jetzt sagen: All das ist die ureigentliche Aufgabe der Verbände. Stimmt! All das hätte man schon vor vielen Jahren initiieren können. Stimmt! Die Situation, so wie sie jetzt ist, haben alle Beteiligten mit zu verantworten, allen voran die Berufsverbände, die sich in intransparenten Treffen haben die Butter vom Brot nehmen lassen. Stimmt!

Aber das ist Vergangenheit! 

Für die Zukunft täten sie jedoch gut daran, das bisher Erreichte nicht als ihre eigene Idee verkaufen zu wollen. Das Aufspringen auf einen rollenden Zug, den andere angestoßen haben, nennt man Trittbrettfahren.
Das werden viele Kollegen/innen erkennen und keinesfalls honorieren.
Die Altverbände täten gut daran, den Verhandlungspartnern - der Politik und den Krankenkassen reinen Wein über die wirkliche Situation der Heilmittelerbringer einzuschenken und nicht alles schön zu reden. Denn nichts ist schön. Das haben wir in den letzten Wochen unzählige Male erfahren dürfen.
Die Unterstützung von Heiko Schneider bei seiner Fahrt nach Berlin ist lobenswert, steht jedoch konträr zu den Verhandlungsergebnissen der Vergangenheit, die den Krankenkassen eine große Zufriedenheit seitens der Therapeuten suggeriert haben. Das muss sich ganz schnell und nachhaltig ändern. Aussagen wie [...] .... wir haben vieles auf den Weg gebracht, u.a. einen 30%ige Erhöhung ... [...] spiegeln wider, wie wenig Verbandsvorstände aus den ganzen derzeit laufenden Aktionen gelernt haben. Offenbar nichts. Hierbei von einer Erhöhung zu reden, die in keiner Tarifverhandlung jemals erreicht wurde, grenzt schon an Blasphemie und lässt vollkommen außer Acht, dass mehr als dreißig Jahre lang Erhöhungen unter der Inflationsrate gang und gäbe waren. Es suggeriert der Bevölkerung, dass hier eine Berufsgruppe auf Kosten der Gesamtheit aller Patienten kräftig zu ihrem eigenen Vorteil abzocken will. Dem ist mitnichten so. Wir wissen das. Es geht um viel mehr. Es geht v.a. darum, den Leistungskatalog für Patienten aufrecht und machbar zu halten. Verbandsvertreter, die so agieren, äußern sich nicht im Interesse des Verbandes und gehören im Grunde ausgeschlossen.
Die Wagenburgmentalität führt letztendlich genau zu dem, was die Altverbände immer verhindern wollten. Sie verlieren durch immer weniger Mitglieder die Verhandlungshoheit und treiben die Kolleginnen und Kollegen in Einzelverträge mit den Krankenkassen. Die Verbandssolidarität geht verloren und außerhalb der Verbandsstrukturen entsteht eine ganz neue Form von Zusammenhalt. Und das ist gut so. Zeiten ändern sich. Wer das verschläft und an seinen Pfründen festhält, ist am Abgrund stehend morgen einen gewaltigen Schritt weiter.
Hier wünsche ich mir sehr viel mehr Konsequenz, mehr Schulterschluss mit den Leistungserbringern, Beitragszahlern und Mitgliedern - sofern die Altverbände Interesse an einem Fortbestand haben.

Jetzt und hier geht es um unsere Zukunft. Und die gestalten WIR! Ob mit oder ohne Verbände. Ob mit den Altverbänden oder neuen Verbandsorganen. Auf jeden Fall gemeinsam. Mit allen Therapeuten zusammen.
Ich wünsche den Aktionen - allen voran 
#therapeutenamlimit und #ohnemeinenphysiotherapeuten - den Erfolg, den sie durch ihr beispielhaftes Vorgehen im Interesse aller Therapeuten verdient haben!

Jürgen Pagel
Praeventfit



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