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Jahresrückblick 2018

Wie jedes Jahr, möchte ich es mir auch diesmal nicht nehmen lassen, einen kleinen Rückblick auf das sich zu Ende neigende 2018 zu schreiben.



Bild: vip.de RTL-Jahresrückblick mit Günter Jauch

2018 war ein sehr bewegendes Jahr. Im Mai die Teilnahme an meiner ersten Demo. In Köln, nahe meiner ehemaligen Heimat. Voller Enthusiasmus marschierten 4.000 Heilmittelerbringer durch die Stadt und nahmen an einer Kundgebung am Kölner Dom teil. Es war sehr bewegend. 
Aber bereits vor Ort zeichneten sich die ersten Grabenkämpfe ab.
Diese entfalteten in der Folgezeit ihre volle Wirkung. Aus der Kritik an den Berufsverbänden wurde blanker Hass. Ja Hass. Auch dazu sind Therapeuten offensichtlich fähig. Das hat zumindest mich sehr traurig gemacht und ich durfte in der Folgezeit erfahren, dass einige wenige Menschen in der Lage sind, Stimmungen und Meinungen zu produzieren, die Mitläufer nutzten, ihren ganzen Unmut gegen Kolleginnen und Kollegen zu richten. Bis hin zu persönlichen Beleidigungen und Diffamierungen war wirklich alles dabei (die Screenshots habe ich gesammelt, falls es mal darum geht einer ganzen Berufsgruppe den Spiegel vorzuhalten). 
Im Juli gründete sich dann TSW - Therapeuten sind wichtig e.V. in Dresden. Allein der Ort der Gründung war für einige Kolleginnen und Kollegen Grund genug, uns - TSW e.V. - AfD und Pegida zuzuordnen. Hart aber wahr.
Die Wogen glätteten sich im Laufe der Monate, aber nur, weil man exorbitant von der Blockierfunktion v.a. in den (a)sozialen Medien Gebrauch machte.
Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten, aber der eine oder andere Kollege ist daran regelrecht zerbrochen.
Es gab jedoch auch ausgesprochen positive Aspekte.
Freund von Feind und ehrliche von unehrlichen Kolleginnen und Kollegen zu unterscheiden, neue Freunde dazugewonnen und Klarheit geschaffen zu haben, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen wird, sind tolle Erfahrungen, die ich nicht missen möchte.
Unter anderem durfte ich Joey Kelly kennenlernen, einen sehr beeindruckenden Menschen mit einer spannenden Geschichte.

Mittlerweile - mit etwas Abstand - habe ich meine begründeten Zweifel, dass sich in der Heilmittelszene wirklich etwas bewegen wird. Jens Spahn hat viel vor. Das im April 2018 verkündete SOFORTprogramm lässt weiter auf sich warten. Aber bisher ist es bei vollmundigen Versprechen geblieben.

Die Verbände konnten den Schwung mitnehmen und sich neu positionieren. Der Ruf nach einer Kammer wird lauter - ob uns das zum Vorteil gereicht oder nicht, man wird sehen.
Weitere Demos sind geplant, vielleicht steigt die Teilnehmerzahl auf über 2,5 %. 
Fachkräftemangel? Vielleicht. Sicher bin ich nicht.
Die Bereitschaft der Therapeuten, sich neuen Methoden aufgeschlossen gegenüber zu zeigen, ist gering wie eh und je. Nach wie vor gibt es solche, die im entspannten 30-Minuten-Rhythmus arbeiten und fest an ihren Beihilfesätzen festhalten und damit die Bemühungen anderer nach einem höheren Gehalt unterminieren. Das wird sich auch 2019 sehr wahrscheinlich nicht ändern.

Was ist sonst noch passiert? Wir haben einen neues Familienmitglied - einen Border Collie, der uns viel Freude bereitet und zu einem festen Bestandteil unseres Lebens geworden ist.

Das Engagment in großen Unternehmen mit dem Ziel, das betriebliche Gesundheitsmanagement zu installieren und zu optimieren, ist so groß wie eh und je. Und ansonsten erwartet mich nächstes Jahr eine neue Aufgabe, auf die ich mich sehr freue und die mein weiteres Leben maßgeblich beeinflussen wird. 
Summasumarum - ein spa(h)nendes Jahr mit deutlich mehr Höhen als Tiefen, mit tollen Menschen und Freunden und dafür bin ich unendlich dankbar.

In diesem Sinne wünsche ich allen, die mich kennen und mögen (diejenigen, die mich nicht mögen wünsche ich ausnahmsweise das Gleiche) ein schönes Weihnachtsfest, ein erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr 2019.

Euer Praeventfit - Jürgen Pagel

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