Direkt zum Hauptbereich

Sechs Bewegungsmuster, die jeder beherrschen sollte!

👉Bewegungsmuster, die jeder beherrschen sollte!
💪Training mit Strategie

✅Push
✅Pull
✅Rotation
✅Side Bending
✅Back Support
✅Squat

👍Einteilung
🔋Unimodular, unbelastet, eigenes Körpergewicht
🔋Unimodular, belastet, eigenes Körpergewicht, Zusatzgewicht
🔋Multimodular, unbelastet, eigenes Körpergewicht, mehrdimensionale Komplexität
🔋Multimodular, belastet, eigenes Körpergewicht, Zusatzgewicht, mehrdimensionale Komplexität
🔋Neue (nächste) Übung


Unter dem Aspekt des modularer Aufbaus empfiehlt es sich, die Funktion und das Konstrukt der Gelenke zu beachten!
Hierbei ist das Joint-by-Joint-Modell (https://www.strengthcoach.com/public/1282.cfm) zur Anwendung zu bringen.

Jedes Gelenk oder jede Gelenkgruppe erfüllt eine konkrete Aufgabe und neigt zu spezifischen, prognostizierbaren Dysfunktionen. Deshalb stellt jedes Gelenk bestimmte Anforderungen an das Training. Die nachfolgende Aufzählung geht den Körper Gelenk für Gelenk durch. 



  • Der Fuß selbst ist ein Stabilitätsgarant, der die Kräfte auf den Untergrund übertragen muss (siehe Radfahrer, die, um Kräfte optimal auf das Pedal übertragen zu können, spezielle Radschuhe mit steifen Sohlen verwenden). Anforderung: STABIL
  • Das Sprunggelenk, bestehend aus oberem und unterem Sprunggelenk, entspricht einem kombiniertem „Ei-Gelenk“ und erlaubt Bewegungen in alle Freiheitsgrade. Anforderung: MOBIL
  • Das Knie ist ein sogenanntes Scharniergelenk. Lediglich in Flexion (Beugung) des Kniegelenkes ist auch eine Rotation möglich. Zwei ausgesprochen stabile und starke Bänder im inneren des Kniegelenkes sowie ein ausgeprägter medialer Kapsel- und Bandapparat stabilisieren das Gelenk zur optimalen Übertragung einwirkender Kräfte von proximal wie von distal. Anforderung: STABIL
  • Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk, welches eine hohe Mobilität aufweisen muss, um allen Bewegungsanforderungen der unteren Extremität gerecht zu werden. Anforderung: MOBIL
  • Die Lendenwirbelsäule erlaubt lediglich Flexion und Extension. Eine Rotation ist nahezu ausgeschlossen (max. 2 Grad über die gesamte LWS). Stabilisiert durch einen ausgeprägten Bandapparat sowie umschließender Muskulatur (Bauchmuskulatur und unterer Teil des Rückenstreckers) ist diese ihren Anforderungen gemäß STABIL.
  • Die Brustwirbelsäule (BWS) mit ihren nahezu horizontal gelegenen Gelenkfacetten erlaubt dagegen ein hohes Maß an Beweglichkeit (alle Freiheitsgrade). Die Rippenbögen sind mittels Knorpelspangen im vorderen Bereich (Brustbein) miteinander verbunden. Dorsal erlauben sog. Rippenwirbelgelenke eine enorme Beweglichkeit. Anforderung: MOBIL
  • Die Schulterblätter - auf dem Thorax - liegend, überwiegend muskulär geführt, da lediglich über die Schlüsselbeine eine knöcherne Verbindung zum Rumpf besteht, bedürfen einer hohen, v.a. muskulären Stabilität, da sie die Cavitas gleniodale, die Schultergelenkspfanne, bilden. Anforderung: STABIL
  • Die Schultergelenke selbst - sind wie die Hüftgelenke - Kugelgelenke, die Bewegungen in allen Freiheitsgraden erlauben und somit der oberen Extremität die Funktion von Tentakeln verleihen, die das Bewegungsausmaß erheblich vergrößern. Anforderung: MOBIL
  • Die Ellenbogengelenke sind wiederum Scharniergelenke, die nur in flektierter Stellung eine Rotation des Unterarms erlauben, wobei der Radius über die Elle rotiert. Sie erlauben lediglich Flexion und Extension. Anforderung: STABIL
  • Das Handgelenk besteht aus zwei Reihen kleiner Knochen, die untereinander gelenkig verbunden eine ähnliche Funktion (Ei-Gelenk), wie das Sprunggelenk erfüllen, nämlich Bewegungen in allen Freiheitsgraden. Anforderung: MOBIL
  • Der Kreis schließt sich bei der Hand, die aufgrund ihrer Greiffunktion, des Festhaltens, der Krafteinheit- und ausleitung ein hohes Maß an STABILität erfordert.
Betrachten wir dieses komplexe System wird schnell klar, warum Störungen der KnieSTABILität unmittelbare Auswirkungen auf das Hüft- und Sprunggelenk haben müssen.
Dem Entgegenzuwirken ist mit dem Einsatz des oben beschriebenen Systems möglich und begründet, warum idealerweise in geschlossenen kinetischen Ketten trainiert werden sollte.

Mehr dazu in einer weiteren Folge.

Autor: Jürgen Pagel, Physiotherapeut, Experte im betrieblichen Gesundheitsmanagement, 2020


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sind Heilmittelerbringer systemrelevant?

Systemrelevanz – ein Kommentar von Jürgen PagelWas bedeutet Systemrelevanz?
Als systemrelevant (englisch systemically important, englisches Schlagwort dazu too big to fail, deutsch ‚zu groß zum Scheitern‘) werden Unternehmen bezeichnet, die eine derart bedeutende wirtschaftliche Rolle spielen, dass ihre Insolvenz vom Staat oder der Weltgemeinschaft nicht hingenommen werden kann. [Wikipedia]2019 traten wir den Kampf an, HME relevant für dieses System zu machen. Relevant deswegen, weil uns diese Relevanz in den vergangenen mehr als dreißig Jahren offensichtlich nicht zuerkannt wurde. Die Grundlohnsumme, als das zentrale Bemessungsinstrument für die Lohnentwicklung im Gesundheitsbereich und gleichzeitig Haupteinnahmequelle des Gesundheitsfonds, verhinderte eine Anpassung an den Markt. An der Inflationsrate vorbei, mussten Heilmittelerbringer jahrzehntelang hinnehmen, dass Preise stiegen, die Lohnentwicklung der Angestellten und die Vergütungssätze der Krankenkassen jedoch so niedrig blieb…

Flaggen in der Physiotherapie

In den letzten Jahren beginnt sich in der Medizin im Allgemeinen und in der Physiotherapie im Besonderen ein Modell durchzusetzen, das als Flaggenmodell (Bigos, Bowyer et al. 1994) bezeichnet wird.
Was steckt dahinter? Werden Physiotherapeuten jetzt zu Seefahrern?

CMD - ein vielschichtiges Krankheitsbild

CMD - viele Menschen haben sie, aber wenige wissen etwas damit anzufangen. Es gibt kaum ein komplexeres Krankheitsbild, als die "Craniomandibuläre Dysfunktion". Was sich dahinter verbirgt, lesen Sie hier.

Sie wollen mehr darüber wissen? Sie möchten eine verlässliche Befundung und benötigen fachlichen Rat?
Gerne stehe ich Ihnen mit den, am Ende des Artikels genannten Kontaktdaten zur Verfügung.